top of page

Risikomanagement als laufender Prozess

Was KI bei Entscheidungsgrundlagen nicht übernehmen kann, und warum es weiterhin einen Menschen braucht.

Eine Analyse, die früher Wochen brauchte, liefert ein KI-Modell heute in Minuten. Zahlen aufbereiten, Varianten durchrechnen, eine erste Struktur vorschlagen, das geht schneller als je zuvor. Für wichtige unternehmerische Entscheidungen braucht es trotzdem weiterhin einen Menschen von aussen. Nicht weil KI schlecht wäre, sondern weil eine Entscheidungsgrundlage etwas anderes ist als eine Analyse.

Was eine Entscheidungsgrundlage ist


Eine Entscheidungsgrundlage ist ein klarer Überblick über Anforderungen, Varianten und Risiken, der die Basis für einen fundierten Entscheid schafft, oft ergänzt durch eine Nutzwertanalyse und eine klar strukturierte Präsentation für Management, C-Level oder Verwaltungsrat.


Diese Definition klingt zunächst nach einem Rechenprozess. Anforderungen sammeln, Varianten bewerten, gewichten, ein Ergebnis präsentieren. Genau dieser Teil lässt sich mit KI-Unterstützung tatsächlich beschleunigen. Was in der Definition aber vorausgesetzt wird, ist etwas anderes: dass die Anforderungen und Varianten bereits bekannt sind. Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit, und genau dort liegt der Unterschied zwischen einer Auswertung und einer Entscheidungsgrundlage.


Die eigentliche Lücke


Ein Modell kann mit Daten arbeiten, die man ihm gibt. Es kann nicht wissen, welche Bedenken im Verwaltungsrat nie ausgesprochen werden, aber trotzdem über den Entscheid mitentscheiden. Es kennt nicht die Geschichte zwischen zwei Abteilungen, die eine an sich gute Variante politisch unmöglich macht. Es kann nicht einschätzen, wen man zuerst einbeziehen muss, damit ein Entscheid am Ende auch getragen wird, statt nur beschlossen zu sein.


Und es trägt keine Verantwortung. Eine Entscheidungsgrundlage, die vor einer Geschäftsleitung oder einem Verwaltungsrat besteht, steht nicht für sich allein. Jemand hat sie erarbeitet, vertritt sie, kann Rückfragen im Raum beantworten und steht mit dem eigenen Namen dafür ein. Das ist kein Detail am Rande, das ist der Kern dessen, was eine externe Begleitung leistet, die ein generiertes Dokument nicht leisten kann.


Wo wir selbst KI einsetzen


Das heisst nicht, dass KI in dieser Arbeit nichts zu suchen hat. Wir nutzen sie selbst gezielt, dort wo sie die Arbeit schneller, fundierter oder präziser macht, bei der Aufbereitung von Daten, beim Strukturieren erster Varianten, beim Prüfen von Annahmen. Tempo gewinnt man so, und oft auch Gründlichkeit, weil mehr Optionen in kürzerer Zeit durchgerechnet werden können. Die Einordnung, welche dieser Optionen im konkreten Fall überhaupt sinnvoll ist, und die Empfehlung, die daraus wird, bleiben aber bei uns. Die Verantwortung dafür auch.


Ein Beispiel aus der Praxis: Standortevaluation


Wie das konkret aussieht, zeigt sich gut an einer Standortevaluation, bei der wir eine Firma begleitet haben. Zu Beginn war ein konkretes wirtschaftliches Ziel bekannt. Was nicht bekannt war: die Anforderungen an einen neuen Standort, die tatsächlich verfügbaren Möglichkeiten, die realistischen Varianten. All das musste zuerst herausgefunden und definiert werden, bevor überhaupt etwas verglichen werden konnte.


Ein Modell hätte an dieser Stelle nichts zu tun gehabt, weil es noch gar keine Varianten gab, die es hätte bewerten können. Die Varianten sind erst entstanden, iterativ, in Sitzungen mit dem CEO, dem Gruppen-CEO und dem Eigentümer. Jede dieser Sitzungen hat die Möglichkeiten weiter eingegrenzt, abhängig davon, was praktisch überhaupt umsetzbar war und welche Räume tatsächlich zur Verfügung standen. Die finale Lösung stand am Ende eines Prozesses, nicht am Anfang einer Berechnung.


Das ist der Teil, den keine Software übernehmen kann. Nicht das Rechnen selbst, sondern das Herausfinden, was überhaupt gerechnet werden muss, im Gespräch mit den Menschen, die am Ende mit der Lösung leben und sie verantworten müssen.


Was das für Ihre nächste Entscheidung heisst


Je grösser eine Entscheidung, desto mehr lohnt es sich, diese Unterscheidung im Kopf zu behalten. KI-Werkzeuge helfen dabei, eine Entscheidungsgrundlage schneller und breiter abgestützt aufzubereiten. Sie ersetzen nicht das Gespräch, in dem sich die eigentlichen Varianten erst zeigen, und sie übernehmen keine Verantwortung für die Empfehlung, die am Ende auf dem Tisch liegt.

Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen, bei der die Anforderungen noch nicht klar sind, lohnt sich ein unverbindliches Erstgespräch. Wir klären gemeinsam die Ausgangslage, bevor irgendetwas beauftragt wird.

Facing a similar situation? Get in touch – no strings attached.

bottom of page